Montag, 8. Februar 2010
Februar 2010
Tag 130: (08.02.10)

Gleich nach dem Frühstück machen Paul und ich uns auf den Weg zum alten Friedhof. Man findet Grabmäler aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Der Friedhof ist wunderschön, die Gräber erinnern an kleine Dschungelruinen und die Atmosphäre ist sehr besonders zwischen all den Bäumen und Pflanzen in der morgendlichen Frische.
Man sieht den Reichtum der englischen Kolonialmacht, aber auch, wie kurz das Leben damals war. Kaum jemand wurde älter als 40 Jahre.

- Hab mir überlegt, ob ich nicht doch etwas in Richtung Entwicklungpolitik, Indologie, etc. studieren soll. Nach dem der Kulturschock abgeklungen ist, kann ich da wieder drüber nachdenken.



Tag 129: (07.02.10)

Was mir in Kolkata fehlt ist ein Ort, an dem man in Ruhe mit Freunden quatschen kann. In den Cafes hier wird einem, nachdem man gerade den letzten Tropfen ausgeschlürft hat, schon die Tasse aus der Hand gerissen. Wenn man dann nichts Neues bestellt kann es auch schon mal passieren, dass man die Rechnung bekommt und dann gehen darf…
Das Indian Coffee House ist so ziemlich die einzige erholsame Ausnahme, leider nur ein bisschen zu weit weg.




Tag 128: (06.02.10)

Heute ist das offizielle „Staff Picnic“ von CINI und da dürfen wir natürlich nicht fehlen. Mit Bus und Autorikshaw sind wir ca. 1,5 Stunden unterwegs und es ist so schön mal aus der Stadt und in eine ländlichere Region zu kommen.
In Monobitan (Seminar-, Konferenz- und Feierstätte von CINI) angekommen erwarten uns:
- Ein kleiner See, auf dem man Tretboot fahren kann
- Ein großer Spielplatz mit Tunnel, Turm uvm.
- Jede Menge gutes Essen
Es werden Spiele gespielt, gegessen, gequatscht, relaxt und ganz wichtig, die neuesten Gerüchte ausgetauscht.
Der ganze Tag ist einfach schön.

- Erkenntnis des Tages: Wir wissen jetzt, wohin das ganze Geld fließt…




Tag 127: (05.02.10)

Meine Mitbewohnerin hat ihren 26. Geburtstag und wir feiern mit geringfügigen 2 Schokotorten. Abends relaxen wir dann noch im Biergarten und die Stimmung ist super.

- Die 3 neueren Mitbewohner sind jetzt nicht mehr in unserem Zimmer, was bedeutet, wir haben wieder Spaß!!



Tag 126: (04.02.10)

Da meine Mama heute Geburtstag hat, rufe ich von der Arbeit aus an und meine Mädels singen ihr ein Ständchen, manchmal sind die ja echt putzig. Im Moment habe ich auch eine ganz gute Gruppe, aber das kann sich leider ständig ändern..
Später kommt dann noch eine Gruppe von „CINI Italy“ zu Besuch und deshalb machen wir Armbändchen für uns und unsere Gäste.
Jetzt laufen wir alle mit neonpink-lilafarbenen Bändchen herum und das Beste ist, für meinen kleinen Bruder haben die Mädchen auch eins gemacht, gell da freusch dich Bobbele?!

- Abends gammle ich mit einer Packung Keksen auf Pauls Bett rum und er meint ich sehe wie ein kleiner, fetter, extrem glücklicher Buddha aus.



Tag 125: (03.02.10)

Ich habe jetzt vorerst aufgehört Englischunterricht zu geben, da es wirklich nichts bringt. Der Altersunterschied zwischen den Mädchen ist sehr groß und sie sind alle auf einem unterschiedlichen Lernlevel.
Außerdem weiß man nie, wie lange die Mädchen bleiben und die letzten Monate haben gezeigt, dass der Unterricht ziemlich nutzlos ist.
Beschäftigungstherapie kann man auch netter gestalten. Die Mädels malen gern, oder schreiben Texte ab, da bringt es mehr, wenn man individuell hilft.




Tag 123: (01.02.10)

Spitzenklasse, unser Gästehaus ist überbucht und deshalb werden 3 (mehr oder weniger) ältere Damen und ein zusätzliches Bett in unser Zimmer gepackt.
Wir sind jetzt also 7 Personen. Die Französinnen sind sehr nett, aber da gibt’s ja noch die Pastorin, die absolut keine Lust auf uns hat und daraus auch kein Geheimnis macht.
Ich versuche ein bisschen mit ihr zu plaudern, aber nach 3 Sätzen packt sie ihren Laptop und verschwindet nach unten…

- Erkenntnis des Tages: Ich wohne in einer Sardinenbüchse!

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