... newer stories
Sonntag, 24. Januar 2010
Leben und leiden in Kolkata
sve_black_rose, 10:07h
Tag 115: (24.01.10)
Habe eine Diskussion mit Paul über das Thema Studium und Zukunftsplanung. Es ist so schwierig zu wissen, was man denn möchte und was man vom Leben erwartet. Ich komme mir fremdbestimmt vor, aber das liegt daran, dass ich keine Ahnung habe was ich will.
Studium oder Ausbildung? Baden-Württemberg oder doch lieber weiter weg?
Welches Studienfach, welche Richtung?
Egal welchen Weg man einschlägt, man wird sich immer fragen, was passiert wäre, wenn man denn anderen genommen hätte.
Im Moment bin ich mir auch bei manchen Sachen gar nicht mehr sicher, bei denen ich mir in Deutschland so sicher war.
Selbst meine Option Lehramt erscheint mir nicht mehr passend. Will ich wirklich mit Kindern/Jugendlichen arbeiten?
Aber irgendwann muss man sich einfach entscheiden und das fällt mir so unglaublich schwer.
Tag 114: (23.01.10)
Gehe mit zu Pauls Arbeit um ihm beim Falten von Papierfliegern für die Kinder zu helfen. Das dauert ein ganzes Weilchen, da wir Flieger aus einem Origamibuch falten, die aber den Vorteil haben, dass sie tatsächlich fliegen.
Unsere Designs:
- Flaggen
- Totenköpfe
- Flammen
- Raketen
Tja, da freun sich die kleinen Jungs!
Tag 113: (22.01.10)
Wir nehmen uns heute frei, da wir ja am Mittwoch (Feiertag) gearbeitet haben. Jetzt habe ich Zeit für mein neues Projekt. Ich schreibe die besten Rezepte aus Pauls „Jamie Oliver Kochbuch“ ab.
War nach dem Ende der Weihnachtszeit schon ganz verzweifelt, da ich nichts zu tun hatte. Man kann ja schließlich noch nicht mit der Osterdeko anfangen…
- Wahnsinn: Spare mir ganze 25 Euro für das Kochbuch!! Dafür habe ich jetzt praktisch Dauerhunger auf Hackfleisch, Nudeln, Salat und Co.
- Ätzend: Ich kann kein Internetbanking machen, da ich den blöden Code dreimal falsch eingegeben habe…Und weil meine neue Visakarte noch nicht aktiviert ist muss ich wohl noch ein Weilchen von Pauls Geld leben…
Tag 112: (21.01.10)
Meine Mitbewohnerin hat auch diese seltsamen Stiche und wir haben jetzt herausgefunden welche Tierchen diese verursacht haben.
Na, dreimal dürft ihr raten…Ja genau, Bed Bugs!!
Spitze, die wollte ich doch auch schon immer mal haben! Jetzt noch Läuse und mein Leben ist perfekt.
- Ganz nebenbei: Hier gibt es eine Spinnenart, die die Haut mit Säure verätzt. (Auch die hat schon eine meiner Mitbewohnerinnen attackiert.)
Tag 111: (20.01.10)
Heute ist Saraswati Puja, eine Feier zu Ehren der Göttin des Lernens. Da unsere Mädels auch lernen (muhaha) wird natürlich groß gefeiert!
Wir ziehen alle einen Sari an und dann wird vor der reich verzierten und geschmückten Götterstatue gebetet.
Danach bekommt jeder einen kleinen Obstteller und spezielle Süßigkeiten, die man nach einem Gebet (Puja) isst.
Zum Mittagessen gibt es eine Art indisches Risotto und Fisch, was eigentlich verboten ist, denn heute muss man sich vegetarisch ernähren…Aber angesichts des leckeren Fisches wird Saraswati bestimmt ein Auge zu drücken!
- Anstrengend: Die Mädels wollen unbedingt, dass ich mit dem Sari nach Hause laufe und das ist eine wirkliche Tortur! Man kann nur klitzekleine Trippelschrittchen machen und außerdem werde ich die ganze Zeit angegrinst, was an der gewagten (aber außerordentlich stillsicheren) Kombination mit meinen Chucks liegen könnte…
- Blöd: Mein Oberkörper ist voll mit Stichen, die sich in Linien und kleinen Kolonien zusammen gefunden haben.
Tag 110: (19.01.10)
- Verrückt: 2 junge Frauen von unten ziehen zu uns ins Zimmer, die eine hat so etwas wie Magen-Darm-Grippe und die andere ist allergisch gegen Kolkata (sie sagt, dass ihr jedes Mal schlecht und schwindelig wird, wenn sie rausgeht). Deswegen werden sie schon morgen oder übermorgen abreisen.
Eine ganze Woche haben die beiden es hier ausgehalten… Kann es kaum glauben, dass wir schon seit 3,5 Monaten hier sind.
Es ist merkwürdig, langsam realisiert man, dass das jetzt unser Leben ist. Und trotzdem denke ich manchmal,dass das Leben in Deutschland einfach weiter geht, während ich hier festhänge.
So viele meiner Klassenkameraden und Freunde haben schon mit einem Studium oder einer Ausbildung angefangen und ich gurke wie zuvor nur so vor mich hin.
Ehrlich gesagt macht mich das gerade richtig nervös!
Tag 109: (18.01.10)
Suche heute im Internet nach möglichen Unis und Studiengängen. Leider ist das nicht so ergiebig wie erhofft, bin danach genauso schlau wie vorher…
Bin mir nicht im Klaren darüber, was ich denn eigentlich möchte und was ich kann.
- Abends: Ein Sänger von der AG Church besucht BMS um ein kleines Konzert zu geben und um sein erstes Album zu promoten.
Ist wirklich gemütlich zusammen zu sitzen, Tee zu trinken und Musik zu hören.
- Habe übrigens seit gestern einen Ring im Näsle. (Gell Tom, da freuste dich...haha…)
Der Verkäufer in dem Laden musste meinen Stecker mit einer Zange aufmachen, weil der so fest verschlossen war. Das war nicht so lustig…Beziehungsweise nur für die umstehenden Zuschauer…
Habe eine Diskussion mit Paul über das Thema Studium und Zukunftsplanung. Es ist so schwierig zu wissen, was man denn möchte und was man vom Leben erwartet. Ich komme mir fremdbestimmt vor, aber das liegt daran, dass ich keine Ahnung habe was ich will.
Studium oder Ausbildung? Baden-Württemberg oder doch lieber weiter weg?
Welches Studienfach, welche Richtung?
Egal welchen Weg man einschlägt, man wird sich immer fragen, was passiert wäre, wenn man denn anderen genommen hätte.
Im Moment bin ich mir auch bei manchen Sachen gar nicht mehr sicher, bei denen ich mir in Deutschland so sicher war.
Selbst meine Option Lehramt erscheint mir nicht mehr passend. Will ich wirklich mit Kindern/Jugendlichen arbeiten?
Aber irgendwann muss man sich einfach entscheiden und das fällt mir so unglaublich schwer.
Tag 114: (23.01.10)
Gehe mit zu Pauls Arbeit um ihm beim Falten von Papierfliegern für die Kinder zu helfen. Das dauert ein ganzes Weilchen, da wir Flieger aus einem Origamibuch falten, die aber den Vorteil haben, dass sie tatsächlich fliegen.
Unsere Designs:
- Flaggen
- Totenköpfe
- Flammen
- Raketen
Tja, da freun sich die kleinen Jungs!
Tag 113: (22.01.10)
Wir nehmen uns heute frei, da wir ja am Mittwoch (Feiertag) gearbeitet haben. Jetzt habe ich Zeit für mein neues Projekt. Ich schreibe die besten Rezepte aus Pauls „Jamie Oliver Kochbuch“ ab.
War nach dem Ende der Weihnachtszeit schon ganz verzweifelt, da ich nichts zu tun hatte. Man kann ja schließlich noch nicht mit der Osterdeko anfangen…
- Wahnsinn: Spare mir ganze 25 Euro für das Kochbuch!! Dafür habe ich jetzt praktisch Dauerhunger auf Hackfleisch, Nudeln, Salat und Co.
- Ätzend: Ich kann kein Internetbanking machen, da ich den blöden Code dreimal falsch eingegeben habe…Und weil meine neue Visakarte noch nicht aktiviert ist muss ich wohl noch ein Weilchen von Pauls Geld leben…
Tag 112: (21.01.10)
Meine Mitbewohnerin hat auch diese seltsamen Stiche und wir haben jetzt herausgefunden welche Tierchen diese verursacht haben.
Na, dreimal dürft ihr raten…Ja genau, Bed Bugs!!
Spitze, die wollte ich doch auch schon immer mal haben! Jetzt noch Läuse und mein Leben ist perfekt.
- Ganz nebenbei: Hier gibt es eine Spinnenart, die die Haut mit Säure verätzt. (Auch die hat schon eine meiner Mitbewohnerinnen attackiert.)
Tag 111: (20.01.10)
Heute ist Saraswati Puja, eine Feier zu Ehren der Göttin des Lernens. Da unsere Mädels auch lernen (muhaha) wird natürlich groß gefeiert!
Wir ziehen alle einen Sari an und dann wird vor der reich verzierten und geschmückten Götterstatue gebetet.
Danach bekommt jeder einen kleinen Obstteller und spezielle Süßigkeiten, die man nach einem Gebet (Puja) isst.
Zum Mittagessen gibt es eine Art indisches Risotto und Fisch, was eigentlich verboten ist, denn heute muss man sich vegetarisch ernähren…Aber angesichts des leckeren Fisches wird Saraswati bestimmt ein Auge zu drücken!
- Anstrengend: Die Mädels wollen unbedingt, dass ich mit dem Sari nach Hause laufe und das ist eine wirkliche Tortur! Man kann nur klitzekleine Trippelschrittchen machen und außerdem werde ich die ganze Zeit angegrinst, was an der gewagten (aber außerordentlich stillsicheren) Kombination mit meinen Chucks liegen könnte…
- Blöd: Mein Oberkörper ist voll mit Stichen, die sich in Linien und kleinen Kolonien zusammen gefunden haben.
Tag 110: (19.01.10)
- Verrückt: 2 junge Frauen von unten ziehen zu uns ins Zimmer, die eine hat so etwas wie Magen-Darm-Grippe und die andere ist allergisch gegen Kolkata (sie sagt, dass ihr jedes Mal schlecht und schwindelig wird, wenn sie rausgeht). Deswegen werden sie schon morgen oder übermorgen abreisen.
Eine ganze Woche haben die beiden es hier ausgehalten… Kann es kaum glauben, dass wir schon seit 3,5 Monaten hier sind.
Es ist merkwürdig, langsam realisiert man, dass das jetzt unser Leben ist. Und trotzdem denke ich manchmal,dass das Leben in Deutschland einfach weiter geht, während ich hier festhänge.
So viele meiner Klassenkameraden und Freunde haben schon mit einem Studium oder einer Ausbildung angefangen und ich gurke wie zuvor nur so vor mich hin.
Ehrlich gesagt macht mich das gerade richtig nervös!
Tag 109: (18.01.10)
Suche heute im Internet nach möglichen Unis und Studiengängen. Leider ist das nicht so ergiebig wie erhofft, bin danach genauso schlau wie vorher…
Bin mir nicht im Klaren darüber, was ich denn eigentlich möchte und was ich kann.
- Abends: Ein Sänger von der AG Church besucht BMS um ein kleines Konzert zu geben und um sein erstes Album zu promoten.
Ist wirklich gemütlich zusammen zu sitzen, Tee zu trinken und Musik zu hören.
- Habe übrigens seit gestern einen Ring im Näsle. (Gell Tom, da freuste dich...haha…)
Der Verkäufer in dem Laden musste meinen Stecker mit einer Zange aufmachen, weil der so fest verschlossen war. Das war nicht so lustig…Beziehungsweise nur für die umstehenden Zuschauer…
... link (0 Kommentare) ... comment
Sonntag, 17. Januar 2010
Krisen, Kuchen, Königin
sve_black_rose, 12:32h
Tag 108: (17.01.10)
Ich hab mal wieder eine akute Universitätskrise! Ich dachte ja, in Indien kommt mir die Erleuchtung, was ich denn studieren möchte und was ich mit meiner Zukunft anfangen soll.
Jetzt kann ich nur sagen, dass ich die Entscheidung nur um ein Jahr verschoben habe und keinen Schritt weiter gekommen bin.
Warum ist das denn bloß so kompliziert?? Kein Studienfach scheint wirklich das Richtige zu sein. Ich weiß nicht, was ich will, was ich vom Leben erwarte.
Mein Traum war es ein Jahr in Indien zu verbringen. Jetzt bin ich hier und wie geht’s weiter? Ich brauche dringend einen neuen Traum, ein neues Ziel.
- Aufruf: Habt ihr einen Tipp oder eine Idee, was ich studieren könnte dann meldet euch bitte schnell!!
Tag 107: (16.01.10)
Paul und ich düsen zum Computerladen um seinen Laptop reparieren zu lassen. Dort arbeitet ein ehemaliger CINI Asha-Mitarbeiter, der uns solange wir warten mit Tee und Snacks versorgt.
Ich hab keine Ahnung, wie lange wir in diesem Laden verbracht haben, aber wir haben viel diskutiert und gelacht. So kann man seine Tage auch verbringen!
Später sind wir auf einer Dachparty eingeladen. Anu kocht und wir feiern mit dem Kolkata- und dem Delhi-Action Team noch mal Pauls Geburtstag.
Das bedeutet: Wir haben mal wieder Schokokuchen!!
Leider ist es so kalt auf dem Dach, dass wir schon gegen 21 Uhr ins Warme fliehen.
Tag 106: (15.01.10)
Hatte heute den besten Arbeitstag!!
Pauls Arbeitskollege lädt mich ein zur „Annual Exhibition“. Das heißt, alle Bilder und Bastelarbeiten des letzten Jahres werden ausgestellt. Unser Job ist also hier ein bisschen kleben, dort ein bisschen pinseln und natürlich Luftballons aufpusten (Wahnsinnsqualität, mindestens jeder 2. Ballon platzt..).
Trotzdem, wir haben unseren Spaß!
Später dürfen wir auch noch das Sealdah-Projekt anschauen, in dem sich um Kinder, die auf dem Bahnhofsgelände leben, gekümmert wird.
Abends feiern wir dann den ersten offiziellen „Chocolate Cake Day“ in Kolkata. (Wir wollten Kuchen essen und brauchten schließlich einen Anlass!)
Gell, so muss das Leben sein!
- Beim Ballonaufpusten kommt mir die Erkenntnis, warum die Inder so viele Kinder haben…ich wusste doch, dass da was nicht stimmt.
Tag 105: (14.01.10)
Wir haben mal wieder einen Fall von Typhus in unserem Zimmer. Und eine junge Frau wird wahrscheinlich nach Hause fliegen, da sie die Luftverschmutzung nicht aushält.
Tja, ein Jahr in Kolkata ist wie 10 Jahre rauchen!
Die blöde Maus hat mein Weihnachtspaket von Petra und meinem Vater entdeckt. Folgende Dinge wurden angeknabbert:
- Esspapier
- Kabapulver
- Mäusespeck…haha…
Da versteckt man schon seine Wertsachen vor gefräßigen Mitbewohnern und dann passiert so was…
Tag 104: (13.01.10)
Wir haben ein kleines Mädchen von ca. 5 Jahren und als sie ankam war ihr Gesicht so geschwollen, dass sie nicht einmal ihre Augen öffnen konnte.
Heute habe ich ihre Geschichte erfahren.
Ihre Mutter hatte sie mit einem heißen Kochlöffel ins Gesicht geschlagen. Wie kann eine Mutter ihrem Kind nur so etwas antun?
Man kann es weder verstehen, noch kann man wirklich etwas dagegen tun. Und viele unserer Mädchen haben eine ähnlich schlimme Vergangenheit hinter sich.
Kinder werden misshandelt, allein gelassen, verheiratet, zur Arbeit oder Prostitution gezwungen.
Man sieht das zwar im Fernsehen oder liest davon in der Zeitung, aber hier ist alles so präsent, so real und so nah.
Wie soll man damit umgehen? Man hält ein weinendes Mädchen im Arm und man kann sie nicht wirklich trösten, da man ihre Sprache nicht spricht.
Und was würde man ihr sagen, wenn man es könnte?
Tag 103: (12.01.10)
.
Vorbereitungen für den Staatsbesuch:
- Raum wird mit neuen Plakaten, Kuscheltieren und Blumen dekoriert
- Kinder werden mit Glitzerkleidern und GAP-Pullies aufgestylt
- Der „Badezimmerduft“ wird mit Raumspray neutralisiert
- Für das Half Way House (H.H.W) werden ehemalige Kinder ausgeliehen, damit es voll aussieht. Wir im Short Stay Home gehen natürlich nicht leer aus, wir bekommen die Mädels aus dem Nightshelter.
Ach ja, am Ende besucht die Gute nur das H.H.W. und alles war umsonst, was ein Jammer!
Tag 102: (11.01.10)
Morgen kommt hoher Besuch und die ganze Orga dreht am Rad, schließlich müssen noch so viele Vorbereitungen getroffen werden!
Auf die Frage, wer denn eigentlich kommt antwortet meine Kollegin: „The Queen of America!“ (kurzer Moment der Verwirrung, haben die nicht die Demokratie oder so ähnlich…?)
Also in Wirklichkeit wird uns Cherie Blair, die Frau von Tony Blair besuchen.
Ich hab mal wieder eine akute Universitätskrise! Ich dachte ja, in Indien kommt mir die Erleuchtung, was ich denn studieren möchte und was ich mit meiner Zukunft anfangen soll.
Jetzt kann ich nur sagen, dass ich die Entscheidung nur um ein Jahr verschoben habe und keinen Schritt weiter gekommen bin.
Warum ist das denn bloß so kompliziert?? Kein Studienfach scheint wirklich das Richtige zu sein. Ich weiß nicht, was ich will, was ich vom Leben erwarte.
Mein Traum war es ein Jahr in Indien zu verbringen. Jetzt bin ich hier und wie geht’s weiter? Ich brauche dringend einen neuen Traum, ein neues Ziel.
- Aufruf: Habt ihr einen Tipp oder eine Idee, was ich studieren könnte dann meldet euch bitte schnell!!
Tag 107: (16.01.10)
Paul und ich düsen zum Computerladen um seinen Laptop reparieren zu lassen. Dort arbeitet ein ehemaliger CINI Asha-Mitarbeiter, der uns solange wir warten mit Tee und Snacks versorgt.
Ich hab keine Ahnung, wie lange wir in diesem Laden verbracht haben, aber wir haben viel diskutiert und gelacht. So kann man seine Tage auch verbringen!
Später sind wir auf einer Dachparty eingeladen. Anu kocht und wir feiern mit dem Kolkata- und dem Delhi-Action Team noch mal Pauls Geburtstag.
Das bedeutet: Wir haben mal wieder Schokokuchen!!
Leider ist es so kalt auf dem Dach, dass wir schon gegen 21 Uhr ins Warme fliehen.
Tag 106: (15.01.10)
Hatte heute den besten Arbeitstag!!
Pauls Arbeitskollege lädt mich ein zur „Annual Exhibition“. Das heißt, alle Bilder und Bastelarbeiten des letzten Jahres werden ausgestellt. Unser Job ist also hier ein bisschen kleben, dort ein bisschen pinseln und natürlich Luftballons aufpusten (Wahnsinnsqualität, mindestens jeder 2. Ballon platzt..).
Trotzdem, wir haben unseren Spaß!
Später dürfen wir auch noch das Sealdah-Projekt anschauen, in dem sich um Kinder, die auf dem Bahnhofsgelände leben, gekümmert wird.
Abends feiern wir dann den ersten offiziellen „Chocolate Cake Day“ in Kolkata. (Wir wollten Kuchen essen und brauchten schließlich einen Anlass!)
Gell, so muss das Leben sein!
- Beim Ballonaufpusten kommt mir die Erkenntnis, warum die Inder so viele Kinder haben…ich wusste doch, dass da was nicht stimmt.
Tag 105: (14.01.10)
Wir haben mal wieder einen Fall von Typhus in unserem Zimmer. Und eine junge Frau wird wahrscheinlich nach Hause fliegen, da sie die Luftverschmutzung nicht aushält.
Tja, ein Jahr in Kolkata ist wie 10 Jahre rauchen!
Die blöde Maus hat mein Weihnachtspaket von Petra und meinem Vater entdeckt. Folgende Dinge wurden angeknabbert:
- Esspapier
- Kabapulver
- Mäusespeck…haha…
Da versteckt man schon seine Wertsachen vor gefräßigen Mitbewohnern und dann passiert so was…
Tag 104: (13.01.10)
Wir haben ein kleines Mädchen von ca. 5 Jahren und als sie ankam war ihr Gesicht so geschwollen, dass sie nicht einmal ihre Augen öffnen konnte.
Heute habe ich ihre Geschichte erfahren.
Ihre Mutter hatte sie mit einem heißen Kochlöffel ins Gesicht geschlagen. Wie kann eine Mutter ihrem Kind nur so etwas antun?
Man kann es weder verstehen, noch kann man wirklich etwas dagegen tun. Und viele unserer Mädchen haben eine ähnlich schlimme Vergangenheit hinter sich.
Kinder werden misshandelt, allein gelassen, verheiratet, zur Arbeit oder Prostitution gezwungen.
Man sieht das zwar im Fernsehen oder liest davon in der Zeitung, aber hier ist alles so präsent, so real und so nah.
Wie soll man damit umgehen? Man hält ein weinendes Mädchen im Arm und man kann sie nicht wirklich trösten, da man ihre Sprache nicht spricht.
Und was würde man ihr sagen, wenn man es könnte?
Tag 103: (12.01.10)
.
Vorbereitungen für den Staatsbesuch:
- Raum wird mit neuen Plakaten, Kuscheltieren und Blumen dekoriert
- Kinder werden mit Glitzerkleidern und GAP-Pullies aufgestylt
- Der „Badezimmerduft“ wird mit Raumspray neutralisiert
- Für das Half Way House (H.H.W) werden ehemalige Kinder ausgeliehen, damit es voll aussieht. Wir im Short Stay Home gehen natürlich nicht leer aus, wir bekommen die Mädels aus dem Nightshelter.
Ach ja, am Ende besucht die Gute nur das H.H.W. und alles war umsonst, was ein Jammer!
Tag 102: (11.01.10)
Morgen kommt hoher Besuch und die ganze Orga dreht am Rad, schließlich müssen noch so viele Vorbereitungen getroffen werden!
Auf die Frage, wer denn eigentlich kommt antwortet meine Kollegin: „The Queen of America!“ (kurzer Moment der Verwirrung, haben die nicht die Demokratie oder so ähnlich…?)
Also in Wirklichkeit wird uns Cherie Blair, die Frau von Tony Blair besuchen.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 11. Januar 2010
Neues Jahr neues Glueck? - Januar 2010
sve_black_rose, 14:20h
Tag 101: (10.01.10)
Heute ruhen wir uns aus, was dazu führt, dass wir leicht gelangweilt sind und Jennifer Rainas Haare schneidet. (Das sind übrigens 2 meiner Mitbewohnerinnen.)
- Paul meint: Die erste Hälfte von unserem Auslandsjahr ist vorbei, zumindest die gefühlte…
Vielleicht haben wir eine leichte MidKolkata-Crisis, bin mal gespannt, was daraus noch alles resultiert. Ein Piercing und (fast) eine komplette Kahlrasur haben wir ja schon durch.
Tag 100: (09.01.10)
Bevor ich noch mal umsonst zur Bank laufe rufe ich lieber meinen „Verehrer“ an, ob meine Karte wirklich da ist.
Der erzählt mir, dass die Karte leider sofort zerstört wurde, da sie in einem deaktivierten Zustand war. Schön, meine Welt bricht erst mal zusammen, was bitteschön soll ich denn jetzt machen?
Zum Glück ist Paul da, denn der hat trotz meiner Hysterie Lösungsvorschläge!! Ich werde also nicht auf Kolkatas Straßen enden…
- Meine Verschwörungstheorie: Der Banktyp war so sauer, dass ich ihm einen Korb gegeben habe, dass er meine Karte einfach mit ner Schere unterm Schreibtisch zerschnibbelt hat.
(Kopfkino: Kleines indisches Männle mit großer Schere und teuflischem Grinsen…)
- Zur Entschädigung haben wir uns dann erstmal Sherlock Holmes im Kino angeschaut!
Tag 99: (08.01.10)
Verabschiede mich von Carmen, denn sie fliegt morgen wieder ins Schwobaländle. Wirklich schade, denn ich mochte sie total gerne und sie ist die einzige hier, die versteht, was es bedeutet von Spätzle, Maultaschen & Co getrennt zu sein.
(Anmerkung: Meine Familie, Freunde, Freund vermiss ich natürlich auch, gell net nurs Essen!!)
Aber sie kommt im August wieder und da freu ich mich schon. Sie meint übrigens,ich sollte Lehrerin für Hauswirtschaft werden. (Mach was mit Kochen und was Kreatives!!)
Tag 98: (07.01.10)
Heute laufe ich also noch mal zu der Bank, denn nach dem Erhalten der Mail sollte ich meine Karte wieder bekommen. Mit dabei ist Paul, denn die Sache mit dem Typen von der Bank ist mir ein bisschen unangenehm…
Dort angekommen wird mir erklärt, dass die Karte leider nicht hier ist, aber ich kann gerne am Samstag wiederkommen, denn dann ist sie sicher zum Abholen bereit.
Na toll!
- Um 21:45 Uhr ruft der Bankspacko an mit der dringenden Frage, ob das denn heute mein Freund gewesen sei…Aha…
Tag 97: (06.01.10)
Paul hat heute Geburtstag und mit seinen 20 Jahren hat er nun deutlich den Zenit überschritten. Wir sind uns einig, ab jetzt geht’s abwärts und zwar schnell!!
Feiern tun wir natürlich trotzdem, mit beschränkten Mitteln, aber immerhin haben wir Schokokuchen und Bier.
- Ich rufe meine Mama an, denn meine Bank reagiert nicht auf meine Mails und die Hotline kann ich von meinem Handy nicht erreichen.
Nachdem sie angerufen hat wird die benötigte Mail an die indische Bank zum Glück sofort verfasst und abgeschickt.
Tag 96: (05.01.10)
Lustig: Auf Arbeit erzähle ich einer Frau von dem seltsamen Telefonat und sie meint nächstes Mal sollte ich einfach erzählen, dass ich lesbisch wäre und fragen, ob er eine Schwester hat.
So geht’s natürlich auch!!
Tag 95: (04.01.10)
Was heute passierte:
- Paul kommt in Kolkata mit geringfügigen 21 Stunden Verspätung aus Delhi an.
- Wir entdecken eine Maus/Ratte bzw. deren Spuren in unserem Zimmer.
- Der Banktyp ruft mich abends an. Das Gespräch geht in eine ganz falsche Richtung und endet mit einer Einladung zum Kaffeetrinken…
Geld bietet er mir auch noch an (natürlich inoffiziell…). Das hätte ich nun nicht erwartet!
Tag 94: (03.01.10)
Liste mit Leuten, die bisher in meinem Zimmer waren, bzw. sind:
- Frankreich: 2
- Italien: 1
- Amerika: 1
- Neuseeland: 4
- Kanada: 2
- UK: 3
- Österreich: 3
- Australien: 1
- Deutschland: 1 (Hah, das bin ich)
Es kann gut sein, dass ich die ein oder andere vergessen habe, denn manche bleiben nur ein zwei Nächte.
Tag 92: (01.01.10)
Silvester ist irgendwie an mir vorüber gegangen… Hier hat leider niemand gefeiert und außerdem muss ich ja heute auch arbeiten.
Dann wird wohl nächstes Jahr gefeiert…
Tag 91: (31.12.09)
Heute geht es erstmal zu der zuständigen Bankfiliale, dort soll ich (laut einer Notiz neben dem Automaten) meine Karte wieder bekommen.
Nach einer Stunde Fußmarsch komme ich samt Reisepass und Kopien (Reisepass und Visum) an.
Leider möchte man mir dort nicht helfen, sondern schickt mich ans andere Ende von Kolkata.
Nach einem klitzekleinen „Aufstand“ meinerseits sind die Herrschaften aber plötzlich doch zuständig und mir wird erklärt, dass ich meine Karte zurück erhalte, sobald sie eine Mail von meiner Bank bekommen.
Mal sehen, wie lange das wieder dauern wird…
- Hole auch noch das Buch von dem Hotel ab, laufe dann wieder zu BMS, leihe mir Geld und düse zum DHL Shop um das Päckchen zu versenden…Jetzt bin ich geschafft…
- Highlight: Ich treffe Carmen aus Bieberach und sie schenkt mir eine Scheibe Brot (Wie lecker ist denn eigentlich Brot??) und Schoki.
Tag 90: (30.12.09)
Erhalte eine Sms von Paul, sein Vater hat ein Buch mit Notizen im Hotel vergessen, die er für eine wichtige Präsentation braucht. Da aber die ganze Familie im Zug nach Delhi sitzt bekomme ich den verantwortungsvollen Job das Buch abzuholen und mit DHL nach Deutschland zu schicken.
Somit düse ich schnell zur Bank um Geld für das Päckchen abzuheben, doch das Schicksal hat andere Pläne… Der Bankautomat Frisst meine Karte und erklärt mir, dass ich nicht autorisiert bin.
Interessant, wer denn dann??
Auf jeden Fall habe ich jetzt ein klitzekleines Problem, so ganz ohne Visa-Karte…
Heute ruhen wir uns aus, was dazu führt, dass wir leicht gelangweilt sind und Jennifer Rainas Haare schneidet. (Das sind übrigens 2 meiner Mitbewohnerinnen.)
- Paul meint: Die erste Hälfte von unserem Auslandsjahr ist vorbei, zumindest die gefühlte…
Vielleicht haben wir eine leichte MidKolkata-Crisis, bin mal gespannt, was daraus noch alles resultiert. Ein Piercing und (fast) eine komplette Kahlrasur haben wir ja schon durch.
Tag 100: (09.01.10)
Bevor ich noch mal umsonst zur Bank laufe rufe ich lieber meinen „Verehrer“ an, ob meine Karte wirklich da ist.
Der erzählt mir, dass die Karte leider sofort zerstört wurde, da sie in einem deaktivierten Zustand war. Schön, meine Welt bricht erst mal zusammen, was bitteschön soll ich denn jetzt machen?
Zum Glück ist Paul da, denn der hat trotz meiner Hysterie Lösungsvorschläge!! Ich werde also nicht auf Kolkatas Straßen enden…
- Meine Verschwörungstheorie: Der Banktyp war so sauer, dass ich ihm einen Korb gegeben habe, dass er meine Karte einfach mit ner Schere unterm Schreibtisch zerschnibbelt hat.
(Kopfkino: Kleines indisches Männle mit großer Schere und teuflischem Grinsen…)
- Zur Entschädigung haben wir uns dann erstmal Sherlock Holmes im Kino angeschaut!
Tag 99: (08.01.10)
Verabschiede mich von Carmen, denn sie fliegt morgen wieder ins Schwobaländle. Wirklich schade, denn ich mochte sie total gerne und sie ist die einzige hier, die versteht, was es bedeutet von Spätzle, Maultaschen & Co getrennt zu sein.
(Anmerkung: Meine Familie, Freunde, Freund vermiss ich natürlich auch, gell net nurs Essen!!)
Aber sie kommt im August wieder und da freu ich mich schon. Sie meint übrigens,ich sollte Lehrerin für Hauswirtschaft werden. (Mach was mit Kochen und was Kreatives!!)
Tag 98: (07.01.10)
Heute laufe ich also noch mal zu der Bank, denn nach dem Erhalten der Mail sollte ich meine Karte wieder bekommen. Mit dabei ist Paul, denn die Sache mit dem Typen von der Bank ist mir ein bisschen unangenehm…
Dort angekommen wird mir erklärt, dass die Karte leider nicht hier ist, aber ich kann gerne am Samstag wiederkommen, denn dann ist sie sicher zum Abholen bereit.
Na toll!
- Um 21:45 Uhr ruft der Bankspacko an mit der dringenden Frage, ob das denn heute mein Freund gewesen sei…Aha…
Tag 97: (06.01.10)
Paul hat heute Geburtstag und mit seinen 20 Jahren hat er nun deutlich den Zenit überschritten. Wir sind uns einig, ab jetzt geht’s abwärts und zwar schnell!!
Feiern tun wir natürlich trotzdem, mit beschränkten Mitteln, aber immerhin haben wir Schokokuchen und Bier.
- Ich rufe meine Mama an, denn meine Bank reagiert nicht auf meine Mails und die Hotline kann ich von meinem Handy nicht erreichen.
Nachdem sie angerufen hat wird die benötigte Mail an die indische Bank zum Glück sofort verfasst und abgeschickt.
Tag 96: (05.01.10)
Lustig: Auf Arbeit erzähle ich einer Frau von dem seltsamen Telefonat und sie meint nächstes Mal sollte ich einfach erzählen, dass ich lesbisch wäre und fragen, ob er eine Schwester hat.
So geht’s natürlich auch!!
Tag 95: (04.01.10)
Was heute passierte:
- Paul kommt in Kolkata mit geringfügigen 21 Stunden Verspätung aus Delhi an.
- Wir entdecken eine Maus/Ratte bzw. deren Spuren in unserem Zimmer.
- Der Banktyp ruft mich abends an. Das Gespräch geht in eine ganz falsche Richtung und endet mit einer Einladung zum Kaffeetrinken…
Geld bietet er mir auch noch an (natürlich inoffiziell…). Das hätte ich nun nicht erwartet!
Tag 94: (03.01.10)
Liste mit Leuten, die bisher in meinem Zimmer waren, bzw. sind:
- Frankreich: 2
- Italien: 1
- Amerika: 1
- Neuseeland: 4
- Kanada: 2
- UK: 3
- Österreich: 3
- Australien: 1
- Deutschland: 1 (Hah, das bin ich)
Es kann gut sein, dass ich die ein oder andere vergessen habe, denn manche bleiben nur ein zwei Nächte.
Tag 92: (01.01.10)
Silvester ist irgendwie an mir vorüber gegangen… Hier hat leider niemand gefeiert und außerdem muss ich ja heute auch arbeiten.
Dann wird wohl nächstes Jahr gefeiert…
Tag 91: (31.12.09)
Heute geht es erstmal zu der zuständigen Bankfiliale, dort soll ich (laut einer Notiz neben dem Automaten) meine Karte wieder bekommen.
Nach einer Stunde Fußmarsch komme ich samt Reisepass und Kopien (Reisepass und Visum) an.
Leider möchte man mir dort nicht helfen, sondern schickt mich ans andere Ende von Kolkata.
Nach einem klitzekleinen „Aufstand“ meinerseits sind die Herrschaften aber plötzlich doch zuständig und mir wird erklärt, dass ich meine Karte zurück erhalte, sobald sie eine Mail von meiner Bank bekommen.
Mal sehen, wie lange das wieder dauern wird…
- Hole auch noch das Buch von dem Hotel ab, laufe dann wieder zu BMS, leihe mir Geld und düse zum DHL Shop um das Päckchen zu versenden…Jetzt bin ich geschafft…
- Highlight: Ich treffe Carmen aus Bieberach und sie schenkt mir eine Scheibe Brot (Wie lecker ist denn eigentlich Brot??) und Schoki.
Tag 90: (30.12.09)
Erhalte eine Sms von Paul, sein Vater hat ein Buch mit Notizen im Hotel vergessen, die er für eine wichtige Präsentation braucht. Da aber die ganze Familie im Zug nach Delhi sitzt bekomme ich den verantwortungsvollen Job das Buch abzuholen und mit DHL nach Deutschland zu schicken.
Somit düse ich schnell zur Bank um Geld für das Päckchen abzuheben, doch das Schicksal hat andere Pläne… Der Bankautomat Frisst meine Karte und erklärt mir, dass ich nicht autorisiert bin.
Interessant, wer denn dann??
Auf jeden Fall habe ich jetzt ein klitzekleines Problem, so ganz ohne Visa-Karte…
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories