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Sonntag, 17. Januar 2010
Krisen, Kuchen, Königin
sve_black_rose, 12:32h
Tag 108: (17.01.10)
Ich hab mal wieder eine akute Universitätskrise! Ich dachte ja, in Indien kommt mir die Erleuchtung, was ich denn studieren möchte und was ich mit meiner Zukunft anfangen soll.
Jetzt kann ich nur sagen, dass ich die Entscheidung nur um ein Jahr verschoben habe und keinen Schritt weiter gekommen bin.
Warum ist das denn bloß so kompliziert?? Kein Studienfach scheint wirklich das Richtige zu sein. Ich weiß nicht, was ich will, was ich vom Leben erwarte.
Mein Traum war es ein Jahr in Indien zu verbringen. Jetzt bin ich hier und wie geht’s weiter? Ich brauche dringend einen neuen Traum, ein neues Ziel.
- Aufruf: Habt ihr einen Tipp oder eine Idee, was ich studieren könnte dann meldet euch bitte schnell!!
Tag 107: (16.01.10)
Paul und ich düsen zum Computerladen um seinen Laptop reparieren zu lassen. Dort arbeitet ein ehemaliger CINI Asha-Mitarbeiter, der uns solange wir warten mit Tee und Snacks versorgt.
Ich hab keine Ahnung, wie lange wir in diesem Laden verbracht haben, aber wir haben viel diskutiert und gelacht. So kann man seine Tage auch verbringen!
Später sind wir auf einer Dachparty eingeladen. Anu kocht und wir feiern mit dem Kolkata- und dem Delhi-Action Team noch mal Pauls Geburtstag.
Das bedeutet: Wir haben mal wieder Schokokuchen!!
Leider ist es so kalt auf dem Dach, dass wir schon gegen 21 Uhr ins Warme fliehen.
Tag 106: (15.01.10)
Hatte heute den besten Arbeitstag!!
Pauls Arbeitskollege lädt mich ein zur „Annual Exhibition“. Das heißt, alle Bilder und Bastelarbeiten des letzten Jahres werden ausgestellt. Unser Job ist also hier ein bisschen kleben, dort ein bisschen pinseln und natürlich Luftballons aufpusten (Wahnsinnsqualität, mindestens jeder 2. Ballon platzt..).
Trotzdem, wir haben unseren Spaß!
Später dürfen wir auch noch das Sealdah-Projekt anschauen, in dem sich um Kinder, die auf dem Bahnhofsgelände leben, gekümmert wird.
Abends feiern wir dann den ersten offiziellen „Chocolate Cake Day“ in Kolkata. (Wir wollten Kuchen essen und brauchten schließlich einen Anlass!)
Gell, so muss das Leben sein!
- Beim Ballonaufpusten kommt mir die Erkenntnis, warum die Inder so viele Kinder haben…ich wusste doch, dass da was nicht stimmt.
Tag 105: (14.01.10)
Wir haben mal wieder einen Fall von Typhus in unserem Zimmer. Und eine junge Frau wird wahrscheinlich nach Hause fliegen, da sie die Luftverschmutzung nicht aushält.
Tja, ein Jahr in Kolkata ist wie 10 Jahre rauchen!
Die blöde Maus hat mein Weihnachtspaket von Petra und meinem Vater entdeckt. Folgende Dinge wurden angeknabbert:
- Esspapier
- Kabapulver
- Mäusespeck…haha…
Da versteckt man schon seine Wertsachen vor gefräßigen Mitbewohnern und dann passiert so was…
Tag 104: (13.01.10)
Wir haben ein kleines Mädchen von ca. 5 Jahren und als sie ankam war ihr Gesicht so geschwollen, dass sie nicht einmal ihre Augen öffnen konnte.
Heute habe ich ihre Geschichte erfahren.
Ihre Mutter hatte sie mit einem heißen Kochlöffel ins Gesicht geschlagen. Wie kann eine Mutter ihrem Kind nur so etwas antun?
Man kann es weder verstehen, noch kann man wirklich etwas dagegen tun. Und viele unserer Mädchen haben eine ähnlich schlimme Vergangenheit hinter sich.
Kinder werden misshandelt, allein gelassen, verheiratet, zur Arbeit oder Prostitution gezwungen.
Man sieht das zwar im Fernsehen oder liest davon in der Zeitung, aber hier ist alles so präsent, so real und so nah.
Wie soll man damit umgehen? Man hält ein weinendes Mädchen im Arm und man kann sie nicht wirklich trösten, da man ihre Sprache nicht spricht.
Und was würde man ihr sagen, wenn man es könnte?
Tag 103: (12.01.10)
.
Vorbereitungen für den Staatsbesuch:
- Raum wird mit neuen Plakaten, Kuscheltieren und Blumen dekoriert
- Kinder werden mit Glitzerkleidern und GAP-Pullies aufgestylt
- Der „Badezimmerduft“ wird mit Raumspray neutralisiert
- Für das Half Way House (H.H.W) werden ehemalige Kinder ausgeliehen, damit es voll aussieht. Wir im Short Stay Home gehen natürlich nicht leer aus, wir bekommen die Mädels aus dem Nightshelter.
Ach ja, am Ende besucht die Gute nur das H.H.W. und alles war umsonst, was ein Jammer!
Tag 102: (11.01.10)
Morgen kommt hoher Besuch und die ganze Orga dreht am Rad, schließlich müssen noch so viele Vorbereitungen getroffen werden!
Auf die Frage, wer denn eigentlich kommt antwortet meine Kollegin: „The Queen of America!“ (kurzer Moment der Verwirrung, haben die nicht die Demokratie oder so ähnlich…?)
Also in Wirklichkeit wird uns Cherie Blair, die Frau von Tony Blair besuchen.
Ich hab mal wieder eine akute Universitätskrise! Ich dachte ja, in Indien kommt mir die Erleuchtung, was ich denn studieren möchte und was ich mit meiner Zukunft anfangen soll.
Jetzt kann ich nur sagen, dass ich die Entscheidung nur um ein Jahr verschoben habe und keinen Schritt weiter gekommen bin.
Warum ist das denn bloß so kompliziert?? Kein Studienfach scheint wirklich das Richtige zu sein. Ich weiß nicht, was ich will, was ich vom Leben erwarte.
Mein Traum war es ein Jahr in Indien zu verbringen. Jetzt bin ich hier und wie geht’s weiter? Ich brauche dringend einen neuen Traum, ein neues Ziel.
- Aufruf: Habt ihr einen Tipp oder eine Idee, was ich studieren könnte dann meldet euch bitte schnell!!
Tag 107: (16.01.10)
Paul und ich düsen zum Computerladen um seinen Laptop reparieren zu lassen. Dort arbeitet ein ehemaliger CINI Asha-Mitarbeiter, der uns solange wir warten mit Tee und Snacks versorgt.
Ich hab keine Ahnung, wie lange wir in diesem Laden verbracht haben, aber wir haben viel diskutiert und gelacht. So kann man seine Tage auch verbringen!
Später sind wir auf einer Dachparty eingeladen. Anu kocht und wir feiern mit dem Kolkata- und dem Delhi-Action Team noch mal Pauls Geburtstag.
Das bedeutet: Wir haben mal wieder Schokokuchen!!
Leider ist es so kalt auf dem Dach, dass wir schon gegen 21 Uhr ins Warme fliehen.
Tag 106: (15.01.10)
Hatte heute den besten Arbeitstag!!
Pauls Arbeitskollege lädt mich ein zur „Annual Exhibition“. Das heißt, alle Bilder und Bastelarbeiten des letzten Jahres werden ausgestellt. Unser Job ist also hier ein bisschen kleben, dort ein bisschen pinseln und natürlich Luftballons aufpusten (Wahnsinnsqualität, mindestens jeder 2. Ballon platzt..).
Trotzdem, wir haben unseren Spaß!
Später dürfen wir auch noch das Sealdah-Projekt anschauen, in dem sich um Kinder, die auf dem Bahnhofsgelände leben, gekümmert wird.
Abends feiern wir dann den ersten offiziellen „Chocolate Cake Day“ in Kolkata. (Wir wollten Kuchen essen und brauchten schließlich einen Anlass!)
Gell, so muss das Leben sein!
- Beim Ballonaufpusten kommt mir die Erkenntnis, warum die Inder so viele Kinder haben…ich wusste doch, dass da was nicht stimmt.
Tag 105: (14.01.10)
Wir haben mal wieder einen Fall von Typhus in unserem Zimmer. Und eine junge Frau wird wahrscheinlich nach Hause fliegen, da sie die Luftverschmutzung nicht aushält.
Tja, ein Jahr in Kolkata ist wie 10 Jahre rauchen!
Die blöde Maus hat mein Weihnachtspaket von Petra und meinem Vater entdeckt. Folgende Dinge wurden angeknabbert:
- Esspapier
- Kabapulver
- Mäusespeck…haha…
Da versteckt man schon seine Wertsachen vor gefräßigen Mitbewohnern und dann passiert so was…
Tag 104: (13.01.10)
Wir haben ein kleines Mädchen von ca. 5 Jahren und als sie ankam war ihr Gesicht so geschwollen, dass sie nicht einmal ihre Augen öffnen konnte.
Heute habe ich ihre Geschichte erfahren.
Ihre Mutter hatte sie mit einem heißen Kochlöffel ins Gesicht geschlagen. Wie kann eine Mutter ihrem Kind nur so etwas antun?
Man kann es weder verstehen, noch kann man wirklich etwas dagegen tun. Und viele unserer Mädchen haben eine ähnlich schlimme Vergangenheit hinter sich.
Kinder werden misshandelt, allein gelassen, verheiratet, zur Arbeit oder Prostitution gezwungen.
Man sieht das zwar im Fernsehen oder liest davon in der Zeitung, aber hier ist alles so präsent, so real und so nah.
Wie soll man damit umgehen? Man hält ein weinendes Mädchen im Arm und man kann sie nicht wirklich trösten, da man ihre Sprache nicht spricht.
Und was würde man ihr sagen, wenn man es könnte?
Tag 103: (12.01.10)
.
Vorbereitungen für den Staatsbesuch:
- Raum wird mit neuen Plakaten, Kuscheltieren und Blumen dekoriert
- Kinder werden mit Glitzerkleidern und GAP-Pullies aufgestylt
- Der „Badezimmerduft“ wird mit Raumspray neutralisiert
- Für das Half Way House (H.H.W) werden ehemalige Kinder ausgeliehen, damit es voll aussieht. Wir im Short Stay Home gehen natürlich nicht leer aus, wir bekommen die Mädels aus dem Nightshelter.
Ach ja, am Ende besucht die Gute nur das H.H.W. und alles war umsonst, was ein Jammer!
Tag 102: (11.01.10)
Morgen kommt hoher Besuch und die ganze Orga dreht am Rad, schließlich müssen noch so viele Vorbereitungen getroffen werden!
Auf die Frage, wer denn eigentlich kommt antwortet meine Kollegin: „The Queen of America!“ (kurzer Moment der Verwirrung, haben die nicht die Demokratie oder so ähnlich…?)
Also in Wirklichkeit wird uns Cherie Blair, die Frau von Tony Blair besuchen.
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